Veröffentlicht am 18.09.2018

China News: Einwohner von Taiwan, Hong Kong und Macao benötigen nicht länger eine Arbeitserlaubnis für China

Am 3. August 2018 gab der Staatsrat bekannt, dass Einwohner von Taiwan, Hong Kong und Macau ("THKM") keine Arbeitserlaubnis mehr benötigen, um auf dem chinesischen Festland arbeiten zu können.
Dies bedeutet, dass die Bewohner dieser drei Regionen - zumindest für Beschäftigungszwecke - genauso behandelt werden wie die ortsansässigen Einwohner des chinesischen Festlandes.
THKM-Einwohner werden jedoch weiterhin in verschiedenen Beschäftigungsbereichen, einschließlich der Sozialversicherungsleistungen, anders behandelt als Einwohner aus Festlandchina.

Was ist die Veränderung?
Zuvor mussten Einwohner aus THKM-Regionen eine Arbeitserlaubnis beantragen, bevor sie auf dem chinesischen Festland arbeiten konnten. Ein THKM-Bewohner musste bis zu 10 Papiere vorlegen (z. B. die Gewerbeberechtigung des Arbeitgebers, die Gesundheitsbescheinigung des Arbeitnehmers, gültige Reisedokumente), um eine Arbeitserlaubnis zu erhalten.
Das Verfahren für THKM-Bewohner, die eine Arbeitserlaubnis erhalten sollten, dauerte in der Regel nur 1-3 Wochen. Nach der neuen Gesetzgebung wurde der Prozess der Beantragung einer Arbeitserlaubnis vollständig abgeschafft.
Darüber hinaus sah das Arbeitserlaubnissystem vor, dass Einwohner von THKM beim Wechsel des Arbeitgebers eine neue Genehmigung beantragen mussten und der zweijährigen Verlängerungsfrist der Genehmigung unterliegen würde.

Anstelle des Arbeitserlaubnissystems können THKM-Bewohner nun ihre Geschäftslizenz, Arbeitsverträge, Lohnzahlungspapiere oder Sozialversicherungsabrechnungsunterlagen als Nachweis für eine Beschäftigung in Festlandchina verwenden. Außerdem können sie sich nun für Arbeitslosengeld registrieren.

Anreize für THKM-Mitarbeiter
Die Änderung der Politik ist Teil der laufenden Bemühungen der chinesischen Regierung, ein "vereinigtes China" zu etablieren, indem THKM-Bewohner ermutigt werden, auf dem Festland zu arbeiten.

Die Änderungen sollen die Einwohner Hong Kongs "beschäftigungsfähiger" machen. Die Maßnahmen zielen darauf ab, zu verhindern, dass Unternehmen auf dem Festland Hong Kong wegen komplizierter Verfahren rekrutieren.
Trotz der Abschaffung von Arbeitserlaubnissen für THKM-Bewohner werden sie in bestimmten Gebieten immer noch anders behandelt als festlandchinesische Arbeitnehmer, beispielsweise für den Zugang zu Gesundheits- und Rentenleistungen. Zum Beispiel müssen THKM-Bewohner die medizinischen Leistungen in öffentlichen Krankenhäusern erst dann vollständig bezahlen, wenn sie von ihren Arbeitgebern eine Erstattung für die Sozialversicherung beantragen.