Veröffentlicht in China News am 18.05.2026
China News: Die Europäische Handelskammer analysiert Chinas neuen 15. Fünfjahresplan: Eine Mischung aus Chance und Vorsicht
Nach der Verabschiedung des 15. Fünfjahresplans (15FYP) auf dem Nationalen Volkskongress 2026 hat die Europäische Handelskammer in China ihre offizielle Stellungnahme zu dem Fahrplan veröffentlicht, der die Wirtschaftslandschaft des Landes bis 2030 prägen wird.
Während die Kammer den Fokus des Plans auf Marktöffnung und die „Inländerbehandlung“ für ausländische Unternehmen begrüßt, bleibt sie gegenüber Chinas verstärktem Schwenk hin zur totalen Selbstversorgung skeptisch.

Kernpunkte des 15. Fünfjahresplans (15FYP)
Der 15FYP dient als primärer strategischer Leitfaden für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung Chinas. Diese Iteration betont mehrere entscheidende Veränderungen:
Politische Kontinuität: Ein Schwerpunkt liegt darauf, ausländisch investierte Unternehmen (FIEs) zu Reinvestitionen zu ermutigen und den Dienstleistungssektor weiter zu öffnen.
Bekämpfung der „Involution“: Erstmals thematisiert der Plan explizit den „Wettbewerb im Involutionsstil“ – das hyperkompetitive Umfeld mit geringen Margen, das derzeit mehrere Sektoren belastet – und priorisiert gleichzeitig den Inlandsverbrauch.
Technologie & KI: Der Plan markiert den Übergang von „Made in China 2025“ hin zu „neuen qualitativen Produktivkräften“, mit einem starken Fokus auf KI-Entwicklung und Spitzentechnologie.
Umweltziele: China hat sich zum Ziel gesetzt, die CO₂-Emissionen im Verhältnis zum BIP in den nächsten fünf Jahren um 17 % zu senken.
Die Perspektive der Kammer: Gleiche Wettbewerbsbedingungen?
Die Europäische Kammer äußerte sich optimistisch über die Zusage der Regierung, Vorschriften zu „überprüfen und zu korrigieren“, die im Widerspruch zum Auslandsinvestitionsgesetz stehen. Dieser Schritt wird als notwendige Voraussetzung dafür gesehen, dass ausländische Unternehmen endlich unter fairen Bedingungen konkurrieren können.
„Die Aufnahme von Maßnahmen zur Bekämpfung des Wettbewerbs im ‚Involutionsstil‘ deutet auf ein Verständnis hin, dass die zugrunde liegenden strukturellen Probleme der Wirtschaft angegangen werden müssen“, so die Kammer in ihrer Erklärung.
Durch die Stärkung des sozialen Sicherheitsnetzes und die Verbesserung der Gesundheitsversorgung zielt der 15FYP darauf ab, die Konsumausgaben anzukurbeln. Die Kammer glaubt, dass dies bei Erfolg die Handelsbeziehungen zwischen China und der EU neu ausbalancieren könnte, indem Chinas übermäßige Abhängigkeit von Exporten verringert wird.
Besorgniserregende Bereiche: Die Falle der EigenständigkeitTrotz der positiven Signale äußerte die Kammer Bedenken hinsichtlich Chinas verstärktem Fokus auf Autarkie.
Der Wandel hin zu „neuen qualitativen Produktivkräften“ weitet die staatliche Unterstützung auf ein viel breiteres Spektrum von Industrien aus als frühere Strategien. Europäische Unternehmen, von denen viele während der Ära „Made in China 2025“ Marktanteile verloren haben, begegnen diesen neuen Sektoren mit großer Vorsicht. Es besteht die Befürchtung, dass das Streben nach Selbstversorgung die versprochene „Inländerbehandlung“ für ausländische Firmen untergraben könnte.
Ausblick
Die europäische Wirtschaftsgemeinschaft bekennt sich weiterhin zum chinesischen Markt, insbesondere in Sektoren wie der Produktion nachhaltiger Kraftstoffe und der Kreislaufwirtschaft, in denen die Expertise der EU mit Chinas 17-prozentigem CO2-Reduktionsziel übereinstimmt.
Künftig beabsichtigt die Europäische Kammer, den chinesischen Behörden konsequente, faktenbasierte Empfehlungen zu geben, um sicherzustellen, dass der 15FYP zu einem hochwertigen, nachhaltigen Wachstum führt, das sowohl inländischen als auch internationalen Interessengruppen zugutekommt.