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GBA News: Chinas „Belt and Road“-Initiative strebt eine grünere und flexiblere Zukunft an

Nun, da Chinas „Belt and Road Initiative“ (BRI) in ihr zweites Jahrzehnt eintritt, durchläuft sie einen tiefgreifenden Wandel: Sie entfernt sich von der Ära groß angelegter, öffentlichkeitswirksamer Infrastrukturprojekte und entwickelt sich hin zu einem strategischeren, nachhaltigeren und wirtschaftlich orientierten Modell.

Lange Zeit war die Initiative mit Großbauprojekten verbunden – Häfen, Eisenbahnen und Autobahnen, die die „harte Konnektivität“ stärken sollten –, doch nun hat sie ihren Schwerpunkt auf das verlagert, was Peking heute als „kleine und schöne“ Projekte bezeichnet. Diese kleineren, gemeindeorientierten Initiativen entsprechen besser den aktuellen globalen wirtschaftlichen Anforderungen und legen den Schwerpunkt auf digitale Konnektivität, grüne Energie und eine verbesserte Widerstandsfähigkeit der Lieferketten.

Eine grünere strategische Ausrichtung
Nachhaltigkeit ist zu einem Eckpfeiler dieser neuen Phase geworden. Im Anschluss an die nationalen Verpflichtungen, die CO₂-Emissionen bis 2030 auf ihren Höchststand zu begrenzen und bis 2060 CO₂-Neutralität zu erreichen, hat China die Finanzierung neuer Kohlekraftwerke im Ausland offiziell eingestellt.

Dieser Politikwechsel hat einen Anstieg grüner Investitionen ausgelöst. Daten zeigen, dass nachhaltige Energie, insbesondere Wind- und Solarenergie, mittlerweile die Energieprojekte im Rahmen der BRI dominiert. Darüber hinaus investieren chinesische Unternehmen zunehmend in kritische Übergangsmineralien – wie Kupfer, Nickel und Lithium –, die für den globalen Übergang zu erneuerbaren Energien unerlässlich sind. Diese strategische Neuausrichtung zielt darauf ab, die massive Investitionslücke im Bereich nachhaltiger Infrastruktur zu schließen, mit der viele Entwicklungsländer konfrontiert sind.

Der Aufstieg der Privatwirtschaft
Auch die Zusammensetzung der Unternehmen, die diese internationalen Aktivitäten vorantreiben, hat sich gewandelt. Während staatliche Unternehmen (SOEs) die Haupttriebkräfte hinter den anfänglichen, staatlich geförderten Infrastrukturprojekten waren, spielt der Privatsektor heute eine dominierende Rolle.

Jüngsten Branchenanalysen zufolge ist der Anteil des Privatsektors an den gesamten BRI-Investitionen deutlich gestiegen und lag Anfang 2025 bei rund 60 %. Dieser Wandel spiegelt einen allgemeinen Trend wider, wonach chinesische Unternehmen – insbesondere aus den Sektoren der „New Economy“ – ihre Präsenz in strategisch wichtigen Regionen, namentlich in der ASEAN und im Nahen Osten, aggressiv ausbauen.

Hongkongs sich wandelnde Rolle
Inmitten dieser strategischen Entwicklung festigt Hongkong seine Position als „Super-Connector“ zwischen dem chinesischen Festland und dem Rest der Welt.

  • Zentrum für grüne Finanzwirtschaft: Hongkong hat sich zu einem führenden Zentrum für nachhaltige Finanzwirtschaft entwickelt und beherbergt einen robusten Markt für grüne, soziale und nachhaltigkeitsgebundene Anleihen. Initiativen wie der Handelsmarkt „Core Climate“ unterstreichen die Fähigkeit der Stadt, die Finanzierung von Projekten zur CO₂-Reduzierung sowohl in HKD als auch in RMB zu ermöglichen.
  • Offshore-RMB-Zentrum: Als weltweit größter Offshore-RMB-Hub spielt Hongkong eine entscheidende Rolle für die zunehmenden Bestrebungen der Initiative zur Internationalisierung der Währung. Die Stadt stellt weiterhin die notwendige Liquidität und Finanzinfrastruktur für grenzüberschreitende Handelsabwicklungen bereit und hilft den BRI-Partnern dabei, ihre Abhängigkeit von Fremdwährungen zu verringern und Wechselkursschwankungen abzufedern.

Mit zunehmender Reife der Initiative bleibt diese ein zentrales Instrument für Chinas globale wirtschaftliche Integration. Indem Präzision und Nachhaltigkeit gegenüber bloßer Größe Vorrang haben, ist das moderne Rahmenwerk darauf ausgelegt, widerstandsfähiger und anpassungsfähiger zu sein und sich tief in die sich wandelnde Dynamik der globalen Lieferkette zu integrieren.